kleine Abhandlung für Clangründer
Diese Abhandlung wurde geschrieben, um neuangehende Clanleader
in ihrer Clanpolitikwahl zu unterstützen.
Das Buch ist insgesamt noch in Arbeit. daher wird hier vorerst nur ein Zitat dargestellt.
Zitat aus meinem "Handbuch für Clangründer":
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Die freie Clanstruktur
Über dieses Konzept könnte ich jetzt tatsächlich endlos schreiben, da es so verdammt
vielschichtig ist! Kurz gesagt: Es ist ein Konzept, daß eine Gemeinschaft zusammenbringt,
in dem man auch Turniere spielt, aber trotzdem kein Druck dahintersteht, daß auch zu
tun. Dieses Clankonzept garantiert einen sicheren Hafen für jeden Spieler, der nur
des Spielens und kommunizierens- willen Mitglied werden möchte.
Die Mitglieder können gehen, und (selbst nach Monaten) wieder zurückkommen;
sie werden anstandslos wieder in die Gemeinschaft integriert.
Hier steht der Mensch im Vordergrund, auf dessen persönliche Probleme
(auch weit über das Spiel, um das es eigentlich geht, hinauslaufend)
eingegangen wird.
Clans dieser Art bieten ein großes und weitreichendes Unterhaltungsangebot.
Angefangen bei einfachen externen Turnieren, bis hin zu internen
Mehrspieler-System-Ligen. Die hauptsächliche Kommunikation (deren Themen
in alle Richtungen gehen) finden im internen sowie auch im externen
(also für Jedermann zugänglichen) Forum statt.
Es gibt keine Aufnahmetests, gerade weil kein Druck hinter irgendwelchen
Turnierleistungen steht. Bis auf eine Altersbeschränkung, gibt es keine
anderen Einschränkungen. Man muß sich nur über die Tastatur verständigen
können, der Rest ergibt sich dann von selbst. Jeder kann sich in jeder
Sparte der "Clanbildung" engagieren, und zum weiteren Auf- und Ausbau
des Clans beitragen. Keiner wird wissentlich oder unwissentlich benachteiligt.
Clans dieser Art haben die Tendenz zu extremen Wachstum, da sie dem
Verständnis des "frei seins" am nächsten kommen, und deswegen unglaubliche
Anzahlen an Rekruten geradezu magisch anziehen.
Sie sehen schon, ich schwärme extrem für dieses Konzept, da ich der
unerschütterlichen Meinung bin, daß es das Beste ist, was einem als
Onlinespieler in den Clankonzepten begegnen kann.
Der (DAC) Clan hat sich dieses Konzept praktisch von Anfang an, zu eigen gemacht,
weswegen meine Begeisterung nicht weiter verwunderlich ist.
Allerdings hatte ich auch nie vorgehabt zum Elitespieler,
oder irgendeinen anderen Gosu (das ist das "Szenewort" für Elitespieler)
zu werden; denn dieses Clankonzept erschwert es einem, ein entsprechendes
"Elitetraining" zu absolvieren.
Es gibt aber bei aller Liebe auch gravierende Nachteile, vor allem für Sie,
wenn Sie sich auch für dieses Konzept begeistern sollten: Es ist verdammt
schwer umzusetzen! Hier kommen sehr schwere Persönlichkeitskonflikte der
Member auf Sie zu, die Sie nur unter Aufwendung äußerster Menschenkenntnis
und Diplomatie meistern können. Wenn Sie das nicht beherrschen sollten,
oder nicht allzuviel Zeit mit jedem einzelnen Member verbringen möchten,
dann nehmen Sie besser Abstand von der Idee einen freien Clan gründen zu wollen.
Ich habe mir (recht oft, da ich ein Gründungsmitglied bin, und damit eine
gewisse Verantwortung trage) schon mal drei Tage meiner Onlinepräsenz Zeit
genommen, nur um mich um die persönlichen Charakterprobleme eines einzelnen
Mitglieds zu kümmern. Nicht, daß mich das gestört hätte; nein, es war eine
Herausforderung, die aber dann leider doch zum Ausscheiden des betreffenden
Mitglieds geführt hat (welches sich aber dann (entgegen dem, was vorgefallen war)
doch in Freundschaft vom Clan verabschiedete. immerhin ein Erfolg, der sich
bei dieser Mühe einstellte, und auch bewies, daß es die Sache wert war,
denn ich gewann damit einen Freund!). Das zeigt wie tiefgehend diese Struktur ist,
und wie dementsprechend schwer es ist, sowas auch richtig umzusetzen.
Trotzdem gibt es Regeln. Genauer gesagt sind es Verhaltensregeln (klingt schlimm, nicht?),
die den normalen, gesellschaftlichen Umgangsformen des wirklichen Lebens entlehnt
sind. Im Prinzip lassen sich diese paar Regeln in einem Satz erklären: "Keiner
zwingt Euch unbedingt freundlich zu sein; aber beleidigend werden solltet Ihr
lieber nicht.", und damit wäre auch schon alles zum Regelemont des freien
Clankonzepts gesagt.
Es gibt im übrigen nur einen Leader (beim (DAC) Clan ist das: (DAC)Tanin
(Thomas Detambel)), was allerdings keinen Nachteil wie beim Diktaturkonzept
erzeugt. Der alleinige Leader (der auch nicht abgewählt werden kann), des
freien Clankonzepts schart einen ganzen Stab von Beratern um sich, mit denen
er jedesmal, bevor er eine Änderung, Anweisung oder Erweiterung erläßt, eine
Konferenz abhält. Dort wird der Leader (und nicht die Berater) ziemlich eingehend
ins Gebet genommen, um ungerechte oder unsoziale bzw. emotionale Handlungen zu
vermeiden. Erst danach sind seine Entscheidungen endgültig.
Wenn Ihnen das zuviel sein sollte, so greifen Sie lieber zum autoritären
Konzept, daß leichter in der Durchführung zu realisieren ist (wenngleich
es auch mehr an Regeln bedarf). Das freie Clankonzept ist eben doch nicht
jedermanns Sache, vor allem für jene, die sowas in Angriff nehmen wollen.